Gründungsgeschichte Teil 3

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InkLess und wie alles begann – die Gründungsgeschichte (Teil 3)

Weil wir mehrfach gefragt wurden, was uns zur Gründung von InkLess bewogen hat, wollte ich in diesem Artikel auf die Hintergründe eingehen. Zusätzlich beschreibe ich einige Details des Gründungsvorgangs für Interessierte, die sich fragen „Wie gründe ich eine Firma?“ oder „Was ist bei einer Gründung zu beachten?“.

In der letzten Woche sind wir näher auf die wichtige Phase der Vorbereitung und Recherche eingegangen. Hierbei ist Gründlichkeit das A und O, denn jede Überraschung später im Prozess kann kritisch für den Erfolg der Umsetzung eurer Idee werden. Habt ihr nun das Gefühl, ihr wisst alles über den Markt und das Umfeld, wollen wir heute über die Gründungsphase an sich sprechen. (Zu Teil 1 und Teil 2 unserer Gründungsgeschichte)

Gründungsphase:

Eigentlich ist es ein Teil der Vorbereitung, aber da die Gründung an sich ein komplexer Schritt ist (und auch für uns war), wollte ich separat auf das Thema eingehen. Jede Gründung verlangt eine Menge an Entscheidung zu treffen, die einander oft gegenseitig beeinflussen, noch bevor es wirklich losgehen kann. So waren Standort, Firmensitz, Rechtsform, Gründungsvertrag, Handelsregister, Trademark und Steuerberatung Themen mit denen wir uns vertraut machten.

Ein paar Details und Tipps folgen, den Wichtigsten vielleicht zu allererst: Wenn du noch nie gegründet hast und das alles für dich Neuland ist, dann empfiehlt es sich dringend Hilfe von erfahrenen Gründern anzunehmen. Wer den Prozess kennt, kann deutlich schneller alle Formalien durchlaufen – du sparst Zeit und im Zweifel auch jede Menge Geld (auch hier gilt – keine Scheu andere zu fragen).

  • Standort und Firmensitz: Sind nicht zwangsläufig immer an der gleichen Lokation. Der Standort beschreibt denjenigen Ort, an dem du deine Dienstleistung erbringen möchtest, der Firmensitz ist die offizielle Firmenadresse. Es kann verschiedene Gründe geben, dass beide voneinander abweichen (z. B. Kapitalertragssteuer und lokaler Hebesatz). Wenn diese Dinge für dich Fremdworte darstellen, dringend Fachwissen anlesen und noch vor der Gründung mit einbeziehen. Bei der Gründung einer GmbH zum Beispiel muss zwangsläufig der Firmensitz angegeben werden – sprich eine Adresse, an die sich Behörden wenden können. Der Standort unserer Filiale weicht davon ab, ganz einfach, weil wir zum Zeitpunkt der Gründung noch keine Gewerbefläche gemietet hatten.
  • Rechtsform: Eine der wahrscheinlich wesentlichsten Entscheidungen ist die Wahl deiner Rechtsform. Ohne auf die Vor- und Nachteile aller europäischer Rechtsformen einzugehen stehen dir hierbei jede Menge Konstrukte zur Verfügung, die auf Rechte der Eigentümer, Entscheidungsprozesse, Steuern und Risiko für das investierte Kapital individuelle Regeln besitzen. Mein genereller Tipp hierfür ist – wenn du dich für eine Rechtsform entscheidest, solltest du die Details deiner Wahl kennen. In unserem Fall war es die GmbH, wir kannten das GmbH Gesetz, die Gründung und hatten uns ausführlich zu Kosten und Risiken informiert. Ich rate von Rechtsformen, die man nicht komplett versteht ab – als Beispiel die Englische limited, die zwar günstig in der Erstellung ist, allerdings viele Folgekosten für Fachberatung in Steuerfragen und Doppelsteuerabkommen nach sich zieht. Ein weiterer wesentlicher Punkt in der Wahl sind die Folgeaufwände (z. B. Umfang der Pflicht zur Buchhaltung und Jahresabschluss, Aufsichtsrat etc.) und ganz wichtig – der Umfang der Haftung mit deinem Privatvermögen.
  • Notar und Gründungsvertrag: Wenn die Rechtsform gewählt ist, wird es in den meisten Fällen einen Notartermin mit nachträglicher Aufbereitung geben. Nutze diese Gelegenheit, um genau zu verstehen, was deine Pflichten und die nächsten Schritte sind. Hier kannst du durch schnelles Handeln und einfache Vorbereitung (wie z. B. selbsterstellte Liste der Geschäftsanteile im Standardformat) sowohl Geld sparen als auch den Gründungsprozess beschleunigen. Wenn du deine Geschäftspartner noch nicht gut kennst oder alleine gründest, dann ist notariell investiertes Geld eine gute Anlage, an Rechtsberatung zu sparen ist leider oft eine sehr kurzfristige Strategie. Kosten für eine vollständige Beratung plus Erstellung der Dokumente belaufen sich um 1.000,-€.

Fazit

Nach dem meist interessanteren Thema der Marktrecherche folgte nun die Phase der Paragraphen und Artikel. So langeweilig dieses Thema für manche wirken kann, so sehr wird es euch zukünftig begleiten. Denn mit der Wahl einer Unternehmensform gehen viele Pflichten aber auch Rechte einher, die es später zu beachten gilt. Wie schon in den vorherigen Schritten gilt, jede Minute, die du hier zu wenig investierst, wird dich später doppelt und dreifach wieder einholen.

Ausblick

Die Gesellschaft ist nun gegründet, ihr dürft euch offiziell Gsellschafter oder sogar Geschäftsführer nennen. die Gründung ist damit formal vollzogen und ihr könnt euch nun ganz auf die Eröffnung konzentrieren. Dazu mehr in einer Woche im letzten Teil unserer Serie zur Gründungsgeschichte.

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