Gründungsgeschichte Teil 2

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InkLess und wie alles begann – die Gründungsgeschichte (Teil 2)

Weil wir mehrfach gefragt wurden, was uns zur Gründung von InkLess bewogen hat, wollte ich in diesem Artikel auf die Hintergründe eingehen. Zusätzlich beschreibe ich einige Details des Gründungsvorgangs für Interessierte, die sich fragen „Wie gründe ich eine Firma?“ oder „Was ist bei einer Gründung zu beachten?“.

Nachdem wir euch in der letzten Woche (zum Beitrag) unsere Motivation geschildert haben, wollen wir diese Woche etwas konkreter werden und auf die Vorbereitung eingehen.

Die Vorbereitung:

Wer sofort gründet, läuft aus unserer Erfahrung Gefahr, sich im Thema nicht hinreichend auszukennen. Falsche Annahmen sind der Hauptgrund für gescheiterte Gründungen. Um nicht den gleichen Fehler zu begehen, haben wir uns genügend Zeit genommen – 12 Monate zur Recherche – um das Thema zu verstehen. Solltest du in der Vorbereitungsphase stecken, dann solltest du mindestens folgende Bereiche analysiert haben:

  • Dienstleistung / Produkt: Zunächst solltest du deine Dienstleistung im Detail verstehen. In unserem Fall waren dies lange Recherchen zu gesundheitlichen Aspekten der Tattooentfernung (unterschiedliche Behandlungstechniken, Hintergrundwissen zu Festkörperlaser, Nebenwirkungen, Behandlungsablauf, Testberichte).
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Ich kann diesen Punkt nicht genug unterstreichen. Die beste Idee kann sich in eine Wunschvorstellung auflösen, wenn man die rechtliche Grundlage nicht kennt. Es empfiehlt sich hier in jedem Fall einen Experten aufzusuchen um nicht später mit den Folgen (auch finanziell) seines Handelns konfrontiert zu werden. Das Thema ist zwar ein sehr trockenes, aber umso wichtiger.
  • Marktanalyse: Wir haben viel Zeit damit verbracht den „Markt“ für Tattooentfernung zu verstehen. Daten hierfür sind oft nicht an einem Ort verfügbar – sondern verteilt. Typische Quellen sind dabei das Statistische Bundesamt, Daten von Verbänden, Messen, Online-Reportagen etc. Es empfiehlt sich alles relevante zu sammeln und vor allem doppelt zu überprüfen, sonst basierst du deine Analyse auf Annahmen fremder Personen, ohne diese zu verstehen. In unserem Fall haben wir den Markt für Tattooentfernung analysiert und Fakten miteinander verbunden (z. B. 8 Millionen Tätowierte in Deutschland, 40% der Millenials die tätowiert sind, Anstieg an Farbtattoos, Google-Aufrufe über die letzten Jahre, Verteilung in Deutschland, usw.)
  • Business-Case: Wer gründen will, muss vorher verstehen, wie sein Geschäft funktionieren soll. Ich hatte ursprünglich über die Gefahr von Annahmen gesprochen. Dies ist insbesondere für den Business-Case relevant, falsche oder unrealistische Annahmen können den Unterschied zwischen profitabel und „nicht durchführbar“ machen. Solltest du dich in der Situation befinden, dass du zum ersten Mal einen Business-Case berechnest, dann nimm dir hierfür Zeit. Sprich mit Experten und Personen, die schon einmal in diesem Sektor gearbeitet haben. Validiere jede einzelne Annahme und stelle sicher, dass du konservativ kalkulierst. Ein nachhaltiges Geschäft benötigt im Regelfall 2-3 Jahre, um die initialen Investitionen wieder einzuspielen und sich zu etablieren.
  • Konkurrenz: Ein weiterer beliebter Fehler ist, den Markt nicht richtig zu sondieren, man ist schließlich nicht allein im Geschäft. Die Analyse der Konkurrenz gibt nicht nur Aufschlüsse, wie sich andere im Markt positionieren, es hilft dir auch zu verstehen, wie und ob du das Projekt Gründung angehen solltest. Im Zweifel hilft auch hier mit anderen zu sprechen, wenn du dir unsicher bist, ob du in einem Markt gründen solltest. Scheue auch nicht davor zurück, bei der Konkurrenz anzurufen und nachzufragen.

Fazit

Die Vorbereitung ist mit die zeitaufwendigste Phase, aber auch die wichtigste. Hier entscheidet sich, ob deine Idee in der Umsetzung überhaupt Chancen hat, erfolgreich zu sein, oder ob du dir nicht besser einen anderen Markt vornimmst. Holle dir so viele Meinungen und Informationen wie möglich ein – von Experten, von der Konkurrenz, aber auch von Freunden und Bekannten. Jeder hat einen anderen Blickwinkel und vielleicht kennt sich der ein oder andere sogar schon etwas mit der Materie aus.

Ausblick

Nachdem ihr nun eure Idee analysiert habt, gilt es im nächsten Schritt nun das Unternehmen zu Gründen. Mehr dazu in einer Woche an gleicher Stelle.

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